Generationengerede wie Heftli-Astrologie

von Elisabeth Michel-Alder

Erstaunlich, wie oft die kurzatmige Generationeneinteilung X,Y,Z, Boomer usw. zitiert wird. Denn der Informationswert der Einteilung ist so substanziell wie das wöchentliche Gratis-Horoskop. Es werden Gegensätze und Konflikte konstruiert, die im Alltag oder in wissenschaftlichen Studien kaum fassbar sind. Gesellschaftliche Unterschiede sozialer, politischer, kultureller Art sind wirkmächtig, keine Frage, doch diese laufen nicht den Generationengrenzen (weder den den echten, 25-30 Jahre umfassenden noch dem XYZ-Staccato) entlang.

Fakt ist: Noch nie in der Geschichte gab es so viele Kontakte, Begegnungen, Gemeinsamkeiten und Kooperationen zwischen Personen unterschiedlichen Alters wie heute. Die längere Lebensspanne, die Durchmischung in Arbeitsorganisationen und Konsumwelt, eine geringe Kinder- und Enkelzahl bringen Alt und Jung zusammen. Innovative Hochschulen mit Campus im Ausland füllen leere Studios in Studentenhäusern inzwischen mit ü65 und Alterszentren mit angeschlossenen Kindergärten florieren.

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